Lass alle Dinge fließen

Wir lieben es, wenn alle Dinge fließen und alles seinen Gang nimmt. Dann ist alles gut, Probleme sind keine zu erwarten. Wenn aber die Dinge ins Stocken kommen, wenn Fließen nicht mehr frei und ungestört erfolgt, sind wir alarmiert. Die Alarmglocken schrillen, wir geraten in Stress.

pánta rheí – alles fließt

Alles fließt, pánta rheí. Dieser auf den griechischen Philosophen Heraklit zurückzuführende Ausspruch wurde zur Kernaussage der heraklitischen Lehre. Genauer gesagt, die Flusslehre. In dieser setzt Heraklit das Sein mit einem Fluss gleich. Als Sein bezeichnete der griechische Philosoph jede Form von Existenz und Entwicklung. Im Kern finden wir hier die Einheit aller Dinge.

Pánta rheí verdeutlicht, dass alle Dinge zusammengehören und ihre Wandlung der Überbegriff von Entstehen und Vergehen ist. Wie ein Fluss zieht die zeitliche Dimension über die Dinge hinweg. Dabei verwandeln sie sich. Begreifen wir es als Entwicklung, für uns der Inbegriff des Lebens. Von Heraklit bis heute ist das ein faszinierender Gedanke, der viele Menschen bewegt. Für den Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche ist dieses Fließen die Bejahung des Vergehens. Was vergeht, entsteht zuvor. Eine faszinierende Wiederholung es immer wieder Neuen.

Pánta rheí, alles fließt. Wir leben mit der Verwandlung und unser Leben ist Verwandlung. Große Philosophen sind hierüber zu wegweisenden Erkenntnissen gekommen. Auch für das Stressmanagement ist es eine interessante Sichtweise, wenn wir anerkennen, dass alle Dinge fließen.

Fließt alles selbständig oder lassen wir fließen?

Wie gehen von der Selbstbestimmtheit des Menschen aus. Der Mensch beherrscht und bestimmt. Zum Beispiel stauen wir Flüsse auf und bestimmen, wie viel Wasser im Stausee zurückgehalten wird. Ein Beweis dafür, dass der Mensch auch der Natur seinen Willen aufdrücken kann. Ist der Grundsatz pánta rheí nicht mehr gültig, weil nur das fließt, was der Mensch zulässt?

Fließen der Dinge wird behindert

Ich bin nicht mehr im Fluss. Wir wissen alle was gemeint ist, wenn wir diesen Satz hören. Nicht mehr im Fluss zu sein, deutet auf eine Störung oder Stauung hin. Anders als vorgesehen, drohen die Dinge ins Stocken zu geraten. Ein Hinweis auf einen Misstand, oft eine Andeutung auf bestehende Probleme. Wir reagieren umgehend – darauf sind wir „programmiert“.

Laut einer Studie der Krankenkassen geben 87% der Bluthochdruckpatienten an, unter häufigen Störungen und Unterbrechungen des Tagesablaufs zu leiden.

Zwischen Bluthochdruck und Störungen im Tagesablauf scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Weitere Zahlen der Studie alarmieren:

48% sehen in Störungen den Grund für das Gefühl abgearbeitet und verbraucht zu sein, 23% können das geforderte Arbeitstempo durch Störungen nicht halten, 41% können am Feierabend deshalb nicht abschalten und beschäftigen sich mit unerledigten Berufsangelegenheiten.

Befragt wurden 40 bis 59 jährige Berufstätige beiderlei Geschlechts. Das entspricht der stärksten Arbeitnehmergruppe in Deutschland. Weiterhin hatten über 70% der Befragten den Eindruck, dass diese Umstände ihre Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen.

Fließen lassen hilft?

Das Ergebnis der angeführten Studie ist eine in Zahlen ausgedrückte Stress-Warnung. Fast jeder zweite Befragte ist ein potentielles Stressopfer. Wir erkennen hier den Anfang eines Teufelskreises. Was läuft da nicht richtig? Ein kurzer Blick in die Medizin ist aufschlussreich.

Bei einer Stressbelastung wird das Hormon Angiotensin-II ausgeschüttet. Das verengt die Blutgefäße, beschleunigt die Fließgeschwindigkeit des Blutes und erhöht somit den Blutdruck. Gleichzeitig regt Angiotensin-II die Produktion des Hormons Aldosteron an – mit fatalen Folgen. Aldosteron wirkt hauptsächlich in den Nieren. Dort hemmt es die Ausscheidung von Natrium, steigert jedoch die Ausscheidung von Kalium. Das hat zur Folge, dass das Blutvolumen ansteigt. Das Zusammenspiel von Angiotensin-II und Aldosteron bewirkt, dass die gesteigerte Fließgeschwindigkeit des Blutes durch das erhöhte Blutvolumen nochmals gesteigert und beschleunigt wird. Die Folge ist eine schlagartige Erhöhung des Blutdrucks.

Stressbedingter Bluthochdruck ist kritisch, weil ihn mehrere Faktoren beeinflussen. Wenn die Wirkung eines Faktors auf Normalmaß zurückgeregelt wird, treiben andere Faktoren ihn wieder nach oben. Entsprechend schwer ist es für die Medizin, durch Stress ausgelösten Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Deshalb heißt es Vorbeugen! Selbsthilfe ist bei stressbedingtem Bluthochdruck die beste Therapie – sogar ganz ohne Tabletten.

Dinge fließen lassen!

Jeden Tag kümmern wir uns um viele Dinge. Vieles läuft gut, Probleme gibt es keine. Aber nicht alle Dinge fließen selbständig. Einiges braucht unsere Zuwendung. Anderes wird von dritter Seite behindert und kommt nicht ins Fließen. Oft ist es unsere Perfektion, unser Anspruch an die Dinge, die ein selbständiges Fließen nicht zulässt. Machen wir uns selbst den Stress, der uns schwer belastet?

Hier gibt es einige Tipps, die das Leben leichter machen und die Stressbelastung reduzieren:

    • Dinge loslassen – beweisen Sie Mut und lassen Sie die Dinge sich selbst entwickeln.
    • Nicht nach dem Grund des Staus suchen – zerbrechen Sie sich nicht den Kopf, warum es nicht fließt, sondern suchen Sie den Weg die Stauung zu umgehen.
    • Nicht alles auf eine Karte setzen – wenn eine Sache nicht in Fluss kommt, wird eine Alternative fließen.
    • Nicht alles steuern – lassen Sie Entwicklungen zu und greifen nur steuernd ein, wenn Sie die Flussrichtung der Dinge verstanden haben.
    • Erkennen Sie den Stau in sich selbst – wenn Dinge nicht fließen, sind wir häufig selbst der Grund für den Stau.

Die Tipps klingen wie Ratschläge aus einem Buch der Weisheit, entstanden in einer fernöstlichen Kultur. Mag sein, dass einige Tipps dadurch beeinflusst wurden. Es sind aber ganz pragmatische Hinweise, die sich in der Praxis schon millionenfach bewährt haben.

Fließen lassen ist abhängig vom Persönlichkeitstyp

Die obigen Tipps klingen weise und ausgewogen. Natürlich, hier haben wir eine schöne Gebraquchsanweisung für ein ausgeglichenes Leben. Aber nicht jeder Mensch wird es in sein Leben aufnehmen können. Der Grund liegt in unterschiedlichen Ausprägungen von Persönlichkeitstypen, Temperament und Bildung. Wie Dinge ins fließen kommen, hängt stark von den initiierenden Menschen ab.

Pánta rheí ist ein Naturgesetz – aber wie Dinge fließen, ist vom Persönlichkeitstyp abhängig.

Die Art des Stressmanagements abhängig von der Persönlichkeit ab

Einen allgemein gültigen Fahrplan für das Stressmanagement gibt es nicht. Der Umgang mit Stress ist eine Sache der Persönlichkeit – jede Persönlichkeitsausprägung verlangt nach eine anderen Strategie im Umgang mit Stress. Aus diesem Grund setzt Business Coach Michael Weyl zu Anfang des Coachings auf eine strukturierte Persönlichkeitsanalyse.

Jedes Coaching braucht eine Basis und die ist immer der Persönlichkeitstyp. Wenn 100 Menschen zusammen auf einem Platz stehen, gibt es 100 unterschiedliche Persönlichkeitsbilder. Deshalb ist es wichtig, an den Anfang eines Coachings eine objektive Analyse zu setzen. Schema F gibt es bei Menschen nicht. Jeder ist einzigartig und lässt die Dinge anders fließen. Deshalb hat jeder andere Möglichkeiten einen Stau zu überwinden.

Wenn die Dinge nicht mehr fließen und der Stau das Leben beeinträchtigt, ist Zeit zum handeln.
Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Februar-Schwerpunkts „Ausweg“ veröffentlicht.
Sie finden alle Beiträge zu diesem Thema über den Link: #SchwerpunktAusweg.

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Geboren 1959, Führungkraft seit 1984, Unternehmer seit 2000. Erfolgsverwöhnt und immer in der ersten Reihe, bis ihn 2015 ein Schlaganfall zum Anhalten und Rückbesinnen zwang. Stress, Burnout, keine Balance im Leben. Nach dem Schlaganfall hatte sich sein Leben verändert. Anfängliches Interesse und Ursachenforschung ging in Weiterbildung über. Erkenntnis: Work-Life-Balance richtig angewendet ist nicht nur eine Worthülse.

1 Comment

  • Für Work-Life-Balance achtsam Energie gewinnen – Business Coach Braunschweig | Michael Weyl
    20. März 2017 - 14:54

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