Gesunde Vollkorn Ernährung | Nutzen für NewWork und neue Wirtschaft?

Was hat gesunde Ernährung und Vollkorn mit NewWork und Wirtschaft zu tun? Nichts. Viel. Oder mehr als man auf den ersten Blick glaubt?

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Ich würde laut lachen, wenn es nicht so tragisch wäre. NewWork, Agilität, neue Wirtschaft und neue Unternehmensstrukturen bringen Veränderung und Wandel. Wir stehen am Anfang einer gewaltigen Neustrukturierung. Der Mensch kann sich von der orts- und zeitgebundenen Arbeit entkoppeln und gewinnt an Freiheit und Lebensqualität. Gleichzeitig werden viele Menschen immer nachlässiger mit ihrer Ernährung, leiden an Fehlernährung und riskieren erhebliche Spätfolgen.

Krass gesagt, werden Freiheiten errungen und deren langfristiger Genuss wird fahrlässig aufgegeben.

Was nutzen da die ganzen Bemühungen um NewWork, neue Wirtschaft und menschlichere Arbeitswelt?

Veränderungen

Kaum eine heutige Struktur wird sich den kommenden Veränderungen entziehen können. Dies hat viele Auswirkungen. Nicht alle sind positiv, die Mehrzahl kann jedoch die Lebensqualität verbessern. Im gleichen Zug wird manches leichtsinnig aufs Spiel gesetzt. So zum Beispiel die Gesundheit.

Zwar könnte mit einem ausgewogenen Maß an Eigenverantwortung, Veränderungswillen und aktivem Mitgestaltung ein guter Weiterentwicklungsstand erreicht werden, aber in der Mehrzahl richten sich Menschen im Strom der Entwicklung ein und akzeptieren. Es entsteht eine Art Opportunismus, der auch auf anderen Gebieten zur Nachlässigkeit führt.

Eine großer Sorgenpunkt ist die Nachlässigkeit in der Ernährung, die gravierende Folgen haben kann. So nehmen koronare Herzkrankheiten zu, das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten steigt, Krebserkrankungen nehmen zu, Diabetes und Atemwegserkrankungen werden zur Volkskrankheit. Und Infektionskrankheiten nehmen zu – jeder von uns hat in den letzten Jahren beobachten können, dass in jedem Herbst und Winter epidemieartig Infektionen auftreten und der Wirtschaft großen Schaden zufügen. Experten vermuten bereits seit geraumer Zeit, dass zunehmend nachlässige Ernährung hier eine begünstigende Rolle spielt.

Problem der Bequemlichkeit

Leider liegt uns Bequemlichkeit sehr nahe. Das trifft auf jeden Menschen zu. Und wir werden in all den Bereichen nachlässig, in denen keine direkten Auswirkungen zu bemerken sind. So zum Beispiel in der Ernährung.

Im Rahmen meiner NewWork-Projekte musste ich feststellen, dass die Mehrzahl der jüngeren Team-Mitglieder gerade in der Ernährung die Zügel schleifen ließen. Eine häufige Begründung ist der Zeitfaktor. An der Ernährung wird gespart – nicht in erster Linie im monetären Sinn, aber an der Zeit. Zwar werden die unterschiedlichsten Ernährungsmodelle gepflegt, jedoch selten wird bei Zeitmangel auf die Qualität der Nahrung geachtet. Ein fataler Kreislauf. Zudem „verleihen“ viele Ernährungsmodelle ein alles-ist-gut-Etikett, das nur in wenigen Fällen gerechtfertigt ist. Es entsteht eine Sorglosigkeit, die gesunde Aspekte durch eine Überschrift zu garantieren vortäuscht. Eine fatale Entwicklung mit zum Teil erheblichen Langzeitfolgen.

Ernährung und das Drumherum

Langzeitfolgen können vermieden werden, wenn man die auslösenden Dinge vermeidet. Es wäre schön, wenn diese einfache Formel immer und überall anzusetzen wäre. Wir könnten jetzt eine weltverbessernde Diskussion führen, wie das doch für jeden Menschen möglich ist. Doch Diskussionen dieser Art wurden bereits in der Vergangenheit so häufig geführt, dass deren Sinnlosigkeit allgemein bekannt ist. Und gerade in der Ernährung ist eine Vermeidungsstrategie doppelt schwer, weil viele versteckt Stoffe in der Nahrung enthalten sind. Und sie sind nicht per se schädlich, sondern erst ab einer gewissen Menge.

Zucker und Fette sind wohl Hauptübeltäter. Salz wirkt auch noch mit. Und wenn Zucker, Fett und Salz komplett weggelassen werden, leidet der Körper an Unterversorgung. Es kommt also auf die Ausgewogenheit an. Aber wer läuft schon den ganzen Tag mit einem Notizbuch und Ernährungstabellen herum und führt genauestens über seine Nahrungsaufnahme Buch? Mit Sicherheit niemand, der sich gesund und vital fühlt.

Wer in der neuen Wirtschaft mitgestalten will, ist nicht der kränkliche Typ. Davon können wir ausgehen. Und weil dies als klarer Fakt gilt, wird Gesundheit als Voraussetzung für NewWork und Neue Wirtschaft quasi vorausgesetzt. Befragungen haben ergeben, dass sich im Bereich von agil arbeitenden Teams eine Teamerwartung auf gesunde und vitale Teammitglieder entwickelt. Das gesamte Thema des NewWork scheint unausgesprochen und ohne weitere Erwähnung eine stabile Gesundheit vorauszusetzen. Dies könnte sich mittelfristig als Bumerang herausstellen, wenn die Mitglieder dieser Teams in der Phase ihrer vollen Leistungskraft ihre Gesundheit vernachlässigen. Und hier kommen wir wieder unweigerlich auf die Vernachlässigung der Ernährung zurück, weil dieses Thema arbeitstäglich für jeden einzelnen relevant ist.

Ernährungsmethoden und viele Ausrichtungen

Aktuell erleben wir eine Phase der vielfältigsten Ernährungsmethoden und Ausrichtungen. Die Art uns Ausprägungen sind nahezu unüberschaubar. Genau wie Spezialisierungen, Präferenzen und der zunehmende Bereich der Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten. Eine Firmenküche mit einem Hauptgericht für alle, ist heute nicht mehr vorstellbar. Ernährungstechnisch ist die Vielfalt von Ernährungsrichtungen angesagt. Trotzdem bietet keine Richtung Schutz vor einseitiger Ernährung.

Abwechslung und Vielfalt sind möglich. In jeder Art der Ernährung. Teilweise ist dies jedoch aufwändig, manchmal teuer, oft nur mit erheblichem Zeitaufwand möglich. Gesunde Ernährung ist also ein Ergebnis von Mehraufwand?

Wenn es um die gesunde Vielfalt und Ausgewogenheit geht, ist das nicht ohne Mühe und Eigeninitiative zu bekommen.

Das Gesunde und das Einfache

Vollkornbrot, ein guter Start in den Tag

Eines der einfachsten und gesündesten Lebensmittel ist Brot. In Deutschland kennen wir über 3.000 Sorten Brot. In der Vergangenheit war Brot ein Hauptnahrungsmittel. Vielleicht war es DAS Hauptnahrungsmittel. Schließlich verzehrte jeder Deutsche 140 Kilogramm davon im Jahr.

Mittlerweile ist der Brotverbrauch auf lediglich 80 kg im Jahr zurück gegangen. Trotzdem essen 94% aller Deutschen täglich Brot. Leider ist nicht alles was da verzehrt wird, als gesunde Ernährung zu bezeichnen. Zwar wird noch kein genmanipuliertes Korn verwendet, aber in Deutschland wird zunehmend weniger Wert auf Brotqualität gelegt. So geben Deutsche im Monat rund 18 Euro für Brot und Brötchen aus – in Österreich sind es über 30 Euro im gleichen Zeitraum. Und Deutsche lieben Weißmehl-Produkte. Dabei den meisten Verbrauchern gar nicht bewusst, dass die Bezeichnung Weißmehl für Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl gilt und sich auf deren Verarbeitung bezieht. Bei Weißmehl bleibt vom gemahlenen Korn nur 30% bis 60% übrig. Dadurch ist es verhältnismäßig nährstoffarm.

Aber wie sehr die normalen Brotgewohnheiten in Deutschland aus? Rund 42% aller verkauften Brote haben einen hohen Weizenmehlanteil. Die meisten Brote sind Mischbrote, die einen hohen Weizen- und einen geringeren Roggenanteil haben. In diesem Bereich findet sich auch die meisten Mehrkorn- und Saaten-Brote wieder. Und ein anderes Brot fliegt unterm Radar und erfreut sich steigender Beliebtheit: das Toastbrot. Ein normales Toastbrot wird aus reinem Weizen-Weißmehl gebackene und bringt nichts mehr vom ursprünglichen Korn mit, da das verwendete Auszugsmehl nur noch 30% des ursprünglichen Korns enthält. Es ist zwar auch eine gesündere Variante in Form des Vollkorn-Toasts verfügbar, wobei jedoch die ausschließliche Verwendung von Weizenmehl wieder eine sehr einseitige Ernährung fördert. Zudem enthält jede Toast-Variante verhältnismäßig viel Zucker. Eine ausgewogene Ernährung sieht anders aus.

Wenig mehr als 10% aller verkauften Brote sind reine Vollkornbrote. Leider sinkt der Anteil ständig, weil immer weniger Bäcker Vollkornbrote backen. Regional schwanken diese Angebote stark, trotzdem ist das in seiner Gesamtheit eine bedenkliche Entwicklung.

Ist Brot eine gesunde Ernährung?

Ja, besonders wenn es sich um Vollkornbrot handelt. Mehrere Studien über viele Jahren sprechen eine klare Sprache. Wer statt keinem Vollkorn seine Gewohnheiten ändert und täglich 90 Gramm Vollkorn zu sich nimmt,

  • senkt sein Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 19 Prozent,
  • reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten um 22 Prozent,
  • reduziert sein Krebsrisiko um 15 Prozent.

Es liegen auch Daten aus Studien vor, die den Schluss zulassen, dass Vollkornmahlzeiten die Gefahren von Infektionskrankheiten, Diabetes und Atemwegserkrankungen deutlich reduzieren.

Woher nehmen?

Jetzt stellt sich die Frage, woher soll man ein gutes Vollkornbrot nehmen, wenn es immer weniger Bäcker anbieten? Und warum ist es so? Warum liegt es in immer weniger Bäckereinen zum Verkauf aus?

Die Antwort ist recht einfach. Vollkornbrot benötigt einen längeren Backprozess, ist anspruchsvoller und diffiziler in der Behandlung. Zudem werden größere Mengen Backtreibmittel benötig, wenn das Brot „aufblasen“ werden soll – Kunden reflektieren darauf. Aufgeblasene Brote sind voluminöser. Ein Branchenkenner hat einmal behauptet, dass Kunden lieber ein Kilo Bettfedern kaufen, als ein Kilo Vollkornbrot … das Volumen weckt den Kaufwunsch. Aus diesem Grund setzen die meisten Bäcker Backtreibmittel ein.

Ein weitere Grund für den zunehmenden Mangel an Vollkornbroten finden wir im Regal von Discountern. Diese nutzen Produkte aus Großbäckereien. Diese wiederum backen mit Enzymen. Dummerweise lassen sich Enzyme nicht so einfach im Vollkornbrot einsetzen, aber genau das „verlangen“ Großbäckereien. Mit Enzymen werden Backwaren tauglich für die Massenproduktion – gleichbleibend im Aussehen, im Geschmack und mit langer Haltbarkeit. Vollkornbrot verlangt hier nach größeren Zusatzmengen und aufwändigerer Behandlung. Dies verlangsamt den Produktionsprozess. Der Rückgang von Vollkornbrot ist also eine Frage der Wirtschaftlichkeit.

Ein guter Ausweg aus diesem Dilemma ist, sein Vollkornbrot selbst zu backen. Aber gerade beruflich aktive Menschen mangelt es an Zeit. Hier sind Brotbackmischungen eine gute Lösung.

Brotbackmischungen als Hilfe zur Selbsthilfe

Die gesunde Ernährung mit Vollkornbrot kann jeder selbst in die Hand nehmen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Selbst backen ist einfach als man denkt. Es gibt Brotbackmischungen der besten Qualität, die sich durch exzellenten Geschmack auszeichnen und einen nur geringen Zeitbedarf erfordern. Zwei mal sieben Minuten ist das Motto [Link].

Der große Vorteil dieser Brotbackmischungen ist, dass sie immer gelingen, keine Backtreibmittel oder Konservierungsstoffe enthalten, in vielen Sorten angeboten werden und allesamt aus biologischer Landwirtschaft stammen. Auch außergewöhnliche Sorten sind dort zu finden und das Programm wechselt ständig. Somit ist Abwechslung für die gesunde Ernährung Programm.

Vollkornbrot ist nicht alles

Vollkornbrot ist nicht das Einzige, das zur abwechslungsreichen und gesunden Ernährung beiträgt. Sicher, als ein oft verzehrtes Lebensmittel hat Brot eine ganz besondere Stellung in unserem Ernährungsplan. Nach Empfehlungen der WHO (World Health Organization) kann man eine einfache Regel aufstellen:

Regelmäßig und reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen. Sie enthalten Ballaststoffe, die für ein angenehmes Sättigungsgefühl und eine gute Verdauung sorgen und darüber hinaus weitere wichtige Nährstoffe liefern.

Ansonsten kann man alles essen, was Spaß macht – vorausgesetzt, man achtet auf Ausgewogenheit. Gelegentliches Schlemmen ist besser als eine dauerhafte Askese, wenn auf den Überfluss Mäßigung folgt. Das ist eine Tipp zur gesunden Lebensweise, der bereits bei Hildegard von Bingen zu lesen war.

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Geboren 1959, Führungkraft seit 1984, Unternehmer seit 2000. Erfolgsverwöhnt und immer in der ersten Reihe, bis ihn 2015 ein Schlaganfall zum Anhalten und Rückbesinnen zwang. Stress, Burnout, keine Balance im Leben. Nach dem Schlaganfall hatte sich sein Leben verändert. Anfängliches Interesse und Ursachenforschung ging in Weiterbildung über. Erkenntnis: Work-Life-Balance richtig angewendet ist nicht nur eine Worthülse.

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