Fenchel, Kunst und Burnout

Fenchel ist ein schmackhaftes, ballaststoffreiches, vitaminhaltiges Gemüse. Gerade jetzt, im Herbst, braucht unser Körper Vitamine und Ballaststoffe. Fenchel eignet sich da hervorragend – roh, gekocht und auch mitgebraten. Zum Beispiel mit Kabeljau zusammen gebraten, bildet Fenchel eine feine Geschmacksnote im Hintergrund. Mein aktueller Ernährungstipp lautet: Fenchel.

???  Was wird das jetzt? Tritt der Business Coach auch als Ernährungsberater auf?

Bestimmt nicht! Ich koche nur gerne und Genuss ist meine Leidenschaft.

???  Und was hat Kunst mit Burnout zu tun?

Fenchel für die Kunst

fenchel_polaroid_vollWer mich näher kennt, weiß auch über meine Nähe zur Kunst. Die Knolle war für mich nicht nur ein Fenchel – es reizte mich, ihn auf Polaroid (genauer gesagt, auf Film von Impossible) ins Bild zu setzten. Sofortbild-Fotografie mit diesem Filmmaterial hat wenig mit dem exakten Abbilden eines Gegenstandes zu tun. Hier vollzieht sich bereits bei der Aufnahme die künstlerische Verwandlung. Wenn Sie meinen Ausführungen an dieser Stelle nicht vollkommen folgen können, ist das keineswegs schlimm. Im Gegenteil! Kunst wird dadurch zu einer Mitteilung, deren Inhalt eine Beschäftigung verlangt. Ein Bemühen um Verständnis.

Kunst ist mir von frühester Kindheit an sehr nahe. Da war es nicht verwunderlich, dass ich mich nicht nur konsumierend, sondern auch schaffend mit der Kunst verbunden habe. Mit den Jahren wurde es immer wichtiger für mich, durch Kunst meine Gedanken anzuregen.

Kunst und unsere Gedanken

Kulturen zeichnen sich durch ihr Verhältnis zur Kunst aus. Ich weiß nicht, wer diesen Satz gesagt hat und in wie weit er richtig ist. Die Aussage kann falsch sein, die Kunst aber niemals. Über Kunst kann man sich streiten, über Kunst kann man geteilter Meinung sein. Falsch ist sie nicht. Genau so wie der Fenchel nicht falsch sein kann. Die Art der Darstellung mag nicht jedermanns Geschmack sein oder man bekommt keinen Zugang dazu. Genau das sind Kennzeichen der Kunst. Es werden Gedanken angeregt und erfordern das Beziehen der Stellung dazu.

Ich kann zu jeder Zeit sagen, dass ich ein Kunstwerk nicht verstehe. Aber ich kann niemals sagen, dass ein Werk keine Kunst ist. Wenn ich das akzeptiere, bewirkt ein Kunstwerk, dass ich mich mit ihm beschäftige. Es setzt bei mir Gedanken in Gang, die mich aus dem Kreislauf der ständigen Beschäftigung mit Sorgen, Problemen und Alltagsdingen herausholen. Eine Art Kurzurlaub des Denkapparates.

Herbert Weyl war ein Onkel von mir. Durch Familienbeziehungen kam ich schon in früher Kindheit mit Kunst und auch mit mehreren Künstlern in Berührung. Als Kind verstand ich die Bilder meines Onkels nicht, auch nicht immer als Jugendlicher. Selbst heute bekomme ich zu vielen Bildern keinen Zugang. Trotz dieser „Schwierigkeiten“ beschäftige ich mich gerne damit. Es ist gar nicht wichtig, ob ich die Bilder richtig deute – Kunst erlaubt die absolute Deutungsfreiheit. Sie erlaubt das gedankliche Beschäftigen, abseits von Denkvorlagen, Konventionen und Zwängen. Hierbei ist nebensächlich, ob es sich um „große Kunst“ oder eine Kleinigkeit handelt, wie zum Beispiel der Polaroid-Fotografie vom Fenchel.

Kunst und Burnout

Kunst bekommt jetzt für mich eine weitere Dimension – in meiner Tätigkeit als Business Coach.

Seit einiger Zeit bin ich Teil einer breit angelegten Studie, die den Zusammenhang von Kunst und Burnout-Prävention untersucht. Was sich unspektakulär anhört, ist in der Praxis ein enorm verzweigtes, flächendeckendes und facettenreiches Thema. Definitiv: Kunst und die Beschäftigung mit Kunst kann die Entwicklung des Burnout-Syndroms langfristig mildern, sogar insgesamt positiv beeinflussen. Auch viele Stress-Symptome können in positiv besetzen Reaktionsketten münden. In wie weit sich das in die Persönlichkeits- und Arbeitswelt transportieren lässt und welche messbaren Folgen das hat, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

Dass mein Bild vom Fenchel als Kunstwerk mit Potential zur Burnout-Verhinderung gelten kann, bezweifele ich stark. Ich kann nur von meinem Erleben berichten: Auf mich hat es eine positive Wirkung. Schon der Vorgang der Aufnahme hat meine Gedanken außerhalb der alltäglichen Kreise in Schwung gebracht. Um mich daran immer wieder zu erinnern, werde ich es gerahmt ins Büro hängen.

Wie denken Sie über das Thema? Interessiert Sie der Zusammenhang von Kunst und Burnout? Möchten Sie mehr darüber erfahren? Hinterlassen Sie einen Kommentar oder senden Sie mir eine E-Mail.

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Geboren 1959, Führungkraft seit 1984, Unternehmer seit 2000. Erfolgsverwöhnt und immer in der ersten Reihe, bis ihn 2015 ein Schlaganfall zum Anhalten und Rückbesinnen zwang. Stress, Burnout, keine Balance im Leben. Nach dem Schlaganfall hatte sich sein Leben verändert. Anfängliches Interesse und Ursachenforschung ging in Weiterbildung über. Erkenntnis: Work-Life-Balance richtig angewendet ist nicht nur eine Worthülse.

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